Kissy Thunderhill

Gruppenfoto

Etwas außerhalb von Freetown liegt Kissy Thunderhill. Der Weg zur Müttergruppe und zur Schule des Ortes führt buchstäblich über Stock und Stein und kaum befahrbare „Straßen“, aber immer bergan. Oben angekommen, haben unsere Beine die rötliche Farbe der Erde angenommen.

Die Gruppe von ungefähr 20 Frauen trifft sich in einer neu gebauten Schule. Sie besteht aus einem einzigen langgestreckten Raum, in dem 600 Kinder in 12 Klassen à 50 (!) unterrichtet werden. Die Tafeln an den beiden Längswänden hängen nur wenige Meter voneinander entfernt und markieren so die nächste Klasse. Die Schule wird von christlichen und muslimischen Kindern besucht.

Die Gruppenleiterin Adama Kargbo stand, nachdem sie Christin geworden war, als vierte Frau eines Muslims buchstäblich auf der Straße. Sie erzieht ihre beiden Kinder, ein 15-jähriger Junge, ein 13-jähriges Mädchen, allein. Von Mütter helfen Müttern hat sie eine mechanische Nähmaschine bekommen und näht inzwischen Schuluniformen. Ihre Stellvertreterin ist ihre Schwester Doris Kargbo. Sie ist Lehrerin und hat drei Kinder, 12, 18 und 20 Jahre alt.



Gruppenfoto mit Uschi
Dagmar Kugler

Als im Januar 2008 Uschi Müller dort war, erhielt die Gruppe Unterstützung für einen Batiklehrgang.

Die Ergebnisse sah Dagmar Kugler während ihrer Reise im April.

Ein Mikrokredit von nur 30 € wurde für die Seifenherstellung gewährt. Die Frauen überraschten mit zweifarbigen Seifenstücken. Das Geschäft läuft gut. Die Frauen arbeiten weiter mit Färben, Batik und Seifenherstellung. Sie planen momentan kein anderes Geschäft.

Der Lehrer für den Alphabetisierungskurs wurde von uns für die ersten drei Monate bezahlt. Momentan unterrichtet er die Frauen, ohne etwas dafür zu bekommen. Die anfangs 23, inzwischen nur noch 16 Lernwilligen treffen sich dreimal wöchentlich von 16-18 Uhr. Da zum Bau der Schule zu wenig Zement vorhanden war, wurden die Wände fast ausschließlich mit den aus dem roten Boden gefertigten Lehmziegeln gebaut. Mehr als eine Regenzeit werden sie so nicht überstehen. Mit einer Spende von 10 Sack Zement wurde begonnen, die Schule für die kommende Regenzeit zu sichern. Dies wird im Ort, vor allem von den Kindern, ihren Müttern und den Lehrern als Zeichen christlicher Nächstenliebe gesehen.

Inzwischen wurde weiteres Geld für die Sicherung der Schule gegen den Regen zur Verfügung gestellt. Alle Lehrer arbeiten mit großer Hingabe. Von ihrem kargen Gehalt, ca. 50 € monatlich, bezahlen sie noch weitere dringende Reparaturen. Für diese Schule wünschen wir uns eine Partnerschule, am besten eine, die auch in Deutschland mit Integration befasst ist. Diese Schule in Kissy hat etwa zur Hälfte christliche, zur andern Hälfte muslimische Schüler, auch Lehrkräfte beider Religionen. Die Direktorin Doris Kargbo ist Christin und Mitglied der Love-Campaign.

Schule von innen

Die Kissy-Mütter-Gruppe wurde sehr groß und teilte sich: Hoch oben auf den Hügeln gibt es nun Kissy Thunderhill 2. Natürlich mit einem neuen Projekt: ein Backhaus mit einem Backofen für Brot. Alle rechnen mit einem guten Geschäft, weil es den halben Berg hinunter keinen einzigen Bäcker gibt. Das Projekt ist deutlich aufwändiger und teurer als der Backofen in Brookfields, weil zusätzlich ein Backhaus gebraucht wird und der Transport aller Materialien auf den Berg dazu kommt. Während ihrer Reise im März/April 2010 wird die kleine Reisegruppe der Einweihung des Ofens beiwohnen.


Bedarf:

  • Für die Sicherung der Schule gegen den Regen und die Fertigstellung des Fußbodens weitere 30 Sack Zement à 10 € = 300 €
  • Lehrergehalt (für die Erwachsenenbildung) von 10 € monatlich bzw.
  • 50€ für ein Vierteljahr, inkl. Schulmaterial

Für dieses Projekt spenden.

Copyright © 2008 by Christliche Lebenshilfe e.V.

zuletzt aktualisiert am: 09.04.2010